Das innere Kind
Foto: Jeanne Surmont, Oktoberfest Impression

Das Innere Kind

Ein Teil unseres Selbst

In jedem Erwachsenen lebt ein kindliches Selbst, ob wir dies nun bewusst wahrnehmen können oder nicht. Vom Wesen her ist dieses innere Kind das, was wir einst in unserer Kindheit waren und erlebt haben. Dieses Kind steht vor allem für unser emotionales Selbst, denn Kinder kennen die ersten Jahre nur die gefühlte Perspektive. Die Verstandesperspektive müssen wir erst mit der Entwicklung unseres Gehirns erwerben und erlernen. Und genau das führt im Leben eines Kindes oft zu schmerzhaften, unverständlichen bis hin zu traumatischen Erfahrungen. Denn die Erwachsenen gehen mit ihren Kindern oft wie Erwachsene um, weil sie ihre eigene kindliche Perspektive und die Verbindung zu ihrem Gefühlsleben verloren haben. Sie versuchen ihren Kindern Gefühle auszureden oder für unwichtig zu erklären, beschämen sie sogar für ihre Gefühle. Das Kind lernt, dass etwas mit ihm nicht stimmen kann, wenn dies in der Welt der großen Erwachsenen für nichtig erklärt wird. Um zu überleben, werden diese schmerzhaften Aspekte von der kindlichen Seele ins Unbewusste verdrängt oder sogar abgespalten. Das kann bereits in der Kindheit zu alle möglichen Symptome auf emotionaler, psychischer und physischer Ebene führen. Unsere Beziehungen zu uns selbst, zu anderen und zu unserer Umwelt werden davon geprägt. 

 

Der Mensch jedoch strebt danach ganz und heil zu sein. Es ist ein ganz natürliches Bestreben. Sonst würden wir Trennung und Verlust nicht so schmerzhaft und unerträglich erleben. Dieses natürliche Streben der Seele aber erleben wir nicht immer als angenehm, denn wir haben mit unseren Überlebensstrategien und Abwehrmechanismen eine große Distanz zu diesen kindlichen Aspekte geschaffen. Sie können davon ausgehen, dass all ihre Krisen, Beziehungsprobleme, Gesundheitsthemen und Finanz- und Jobproblem etwas mit dieser geschaffenen Distanz zu tun haben. Hier ruft ein kindlicher Teil ihres Selbst gesehen zu werden, mit all seinen Gefühlen von Schmerz, Angst, Wut, Ohnmacht und mit all seinen wahren Bedürfnissen, die bisher nie oder unzureichend erfüllt wurden. Ich persönlich gehe dieses Weg schon seit etlichen Jahren sehr intensiv. Kein einziges meiner Themen ist nicht auf eines meiner unbewussten kindlichen Aspekte zurückzuführen, das nicht endlich in mein Herz bedingungslos aufgenommen werden möchte. Wenn dies geschieht, ist dies das erlösendste, friedvollste und heilsamste Gefühl das ich kenne. Es ist, als wenn es keinerlei Distanz und Trennung mehr gebe und nichts natürlicher als dieser Zustand sei.